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CUE PROJEKT: "MUSEUM"
Kevin Mueller, Uwe Wittwer (DVD 2005)
english version will follow

Zu sehen im Kunstmuseum Solothurn, Schweiz, 30.4 - 1.8.2005
 

„Museum“ ist die dritte Arbeit dieser Art. 1999 erschien das Buch Relative Stille / Relatively Still von Uwe Wittwer. Dieser schwarz-weisse Bildband ist eine Annäherung an die bekannte und doch immer fremde Stadt – London. Das Buch basiert auf Uwe Witwers inkjet Arbeiten von fotografischen Aufnahmen, welche durch Bearbeitung am Computer in eine malerische Ebene geführt werden.

Aus der Arbeit „Relative Stille / Relatively Still“ wurde eine eigentliche Werkgruppe:
Zum Buch entstand unter Mitarbeit von Lopetz / Büro Destruct ein Remix als Video, - mit Musik, Text und Londoner Originaltonaufnahmen von Kevin Mueller und Andreas Ryser. Auf Basis des Videos und dessen „Überblendungsthematik“ wiederum, malte Uwe Wittwer eine Reihe von Ölbildern.

Die zweite Arbeit in dieser Reihe ist das 2001 entstandene DVD To the Stadium, - eine Arbeit über den Weg zu den Londoner Fussballstadien in der Sommerpause. Diese Arbeit basiert auf Foto –und Tonaufnahmen von Uwe Wittwer und Kevin Mueller. Die Bilder sind auf dem Computer bearbeitet und in unterschiedlicher Geschwindigkeit aneinander gefügt. Die Tonspur besteht aus Musik welche unter Einbezug der Tonaufnahmen aus London entstand. In die Musik eingebettet, ist ein Essay, für diese Arbeit verfasst von Amy Lawrence, Sportjournalistin bei der englischen Wochenzeitung The Observer.

Das Aktuelle Projekt „Museum“ wird in einer ähnlichen Arbeitsweise durchgeführt. Als Ausgangsmaterial dienen Bild- und Tonaufnahmen aus der National Gallery in London.
Das Museum mag innen wie aussen als Ort der Ruhe erscheinen, -in ihm liegt aber das Potential, grossen emotionalen Aufruhr zu stiften. Das Museum ist der Schauraum eines andauernden Ringens zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre, initiiert durch unseren Blick durch die Gemälde als Fenster auf die Welt, auf mehrere Welten, - allesamt der Subjektivität der Künstler wie der Betrachter ausgesetzt. Als Betrachter wird unsere Aufmerksamkeit in verschiedenste Richtungen gelenkt: Bildbetrachtung ist in erster Linie eine Betrachtung unser selbst, - bewusst oder unbewusst.

Das Museum birgt durchwegs kritische Komponenten: Die Ansammlung von Gemälden grosser Künstler in monumentalen Räumen lässt die Betrachter leicht in Ehrfurcht erschaudern. Das Haus und die Sammlung repräsentieren Reichtum und Macht.
Wir begeben uns ins Museum auf der Suche nach Schönheit. Das Museum ist ein Gedächtnisort, eine Bibliothek. In ihr, suchen wir das Bild im Bild im Bild.

Die akustische Ebene ist im Zusammenhang mit dem Museum meist kein Thema. Ton ist etwas im Hier und Jetzt, - die Gemälde aber, stammen aus anderen Zeiten. Die Gemälde sind aber auch in der Gegenwart präsent. Sie besitzen eine Physis, welche in direktem Bezug zum Betrachter steht. Das gesprochene Wort, widerspiegelt in gewisser Weise, den aktuellen, subjektiven Wert eines Bildes. Das Wort kann ausdrücken, was der Betrachter empfindet, wenn er vor dem Bilde steht.

Die Original-Tonaufnahmen dienten als Basis für die Musik zu diesem Projekt. Die Zeitdimension, – welche im Museum ein omnipräsentes Element darstellt – wird in der Musik durch Fragmente von Cembalo-Musik aufgenommen. Gleich wie das Wort des Betrachters (aufgenommen über die Texte von Klaus Merz) darstellt, wie die Wirkung eines Bildes aus der Vergangenheit in die Gegenwart transportiert wird, setzt das Cembalo durch seinen Klang, die moderne Tonspur in einen historischen Kontext.
Ton stört und ergänzt das Bild. Das Bild dient als Anlass, dass Sprache sich formuliert und sich entwickeln kann. Aus der Bildbetrachtung, entsteht die Diskussion um die Kunst, entstehen Worte, entstehen neue Werke. Mit der Musik in unserer Arbeit, versuchen wir einerseits, die Klangwelt des Museums als Vertonung der ausgestellten Gemälde hörbar zu machen. Andererseits, stellen wir die Musik als kompositorischen Gegenpol zu den Bildern, welche in der Arbeit neu entstehen.



Mitarbeit:
Aziza Sadikova, Cembalo; Andreas Ryser, Musik; Klaus Merz, Texte; Arne Nannestad, Stimme.

Dank an: Belinda Ross (The National Gallery); Hugo Ryser (Optickle.com); Daniel Jakob, (Filewile.com)



-> ausschnitt quicktime format (grosses file, 18 MB)
-> texte von klaus merz
-> einladungskarte zur ausstellung (pdf)